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NEUES VOM ABWURF BASEL DER AMERIKAFAHRT 1928

Bisher ist allgemein bekannt, dass ein Abwurf über Basel am 11. Oktober stattgefunden hat. Die Karten und Briefe tragen den roten Bordstempel vom 10 Oktober, was beweist, dass bereits vor Abwurf des Luftschiffes Belege für den Abwurf Basel angefertigt wurden, bzw. vom ersten Fahrttag, dem 11. Oktober. Es sind 2 Frakturvarianten bekannt, unfrankiert oder deutsche Frankatur (Abb. 1).
Die Schweizer Post erkannte die deutsche Frankatur nicht an und so wurden alle bekannten Belege mit Nachgebühr belegt. Schweizer Frankaturen bzw. schweizer Zusatzfrankaturen sind bisher nicht bekannt geworden, was darauf schliessen lässt, dass der Finder des Abwurfbeutels diesen unverzüglich bei der Post ablieferte und keine Nachfrankierung mit schweizer Marken zur Vermeidung von Strafporto gefälliger weise vornahm. Als "Ankunftsstempel" verwendete die Postbehörde interessanterweise den im Innendienst verwendeten Stempel "Basel Kreis – Post – Direktion" in blauer Stempelfarbe.    

  Abb. 1

Nun sind, nach fast 80 Jahren zwei Belege aufgetaucht, welche zwar den roten Bordstempel mit Datum der Amerikafahrt tragen, aber nicht den Stempel Basel Kreispostdirektion zeigen, sondern den normalen Tagesstempel "Basel Briefaufgabe". Die erste Karte (Abb. 2) wurde vom Besatzungsmitglied Heck geschrieben und ist an den unbekannten Finder des Abwurfbeutels gerichtet. Sie sollte als Belohnung dafür dienen, dass der Finder den Abwurfbeutel unverzüglich an der nächsten Poststelle abgibt. Die Karte ist mit dem Stempel Basel Briefaufgabe versehen und trägt trotz deutscher Frankatur keine Nachgebühr. Der Finder bekam seine Belohnung von der Post nach Anbringung des "Ankunftstempels" sofort wieder ausgehändigt.

Der nun neu aufgetauchte Brief (Abb. 3) hat nach dem Abwurf den normalen Postweg durchlaufen, die deutsche Frankatur wurde vom Schweizer Postamt nicht anerkannt und der Beleg daher austaxiert . Dass es sich um einen zweiten Postabwurf über Basel handeln muss, welcher bisher nicht bekannt war, zeigt sich an der Karte adressiert für den Finder sowie an der unterschiedlichen postalischen Behandlung der Belege. Während die Belege des "Hauptabwurfs" alle den Innendienststempel „Basel Kreis – Post – Direktion“ erhielten, wurde ein zweiter Abwurf mit offensichtlich erheblich weniger Belegen nicht diese Beachtung geschenkt, auf einem Basler Postamt "normal" behandelt und nicht mit dem "besonderen" Kreis – Post – Direktions-Stempel versehen. Wenn diese beiden Belege im Hauptabwurf enthalten waren, warum hätten diese dann anders behandelt werden sollen?

  Abb. 2

Angesichts des relativ häufigen Vorkommens der Abwurfbelege mit dem Stempel Basel Kreispostdirektion ist davon auszugehen, dass der Hauptabwurf in einem kleinen Postsack durchgeführt wurde und die entsprechende Aufmerksamkeit gefunden hat.
Ein Abwurfbeutel wiederum hat ein Volumen für maximal 25 Belege und es ist anzunehmen, dass sich die Belege mit Stempel „Basel Briefaufgabe“ in einem solchen befunden haben. Die geringe Abwurfmenge des zweiten Abwurfs ermisst sich auch daran, dass diese erstmals nach fast 80 Jahren bemerkt werden. Man kann auch heute noch Entdeckungen von bisher unbekannten Abwürfen machen! Der 2. Abwurf Basel wird in der nächsten Ausgabe des Schweizer Luftposthandbuchs katalogisiert werden.

  Abb. 3

Eckhard Förster, Auszug aus Rundschreiben 2007, Seiten 54 - 56.

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